Wir und der Kinderreisepass (zweiter Teil)

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Vorweg die gute Nachricht: Das Kind hat einen Kinderreisepass erhalten.

Ich berichtete ja vor einigen Tagen davon, dass wir blauäugig naiv einfach so zum Einwohnermeldeamt gefahren sind, um dort einen Kinderreisepass zu beantragen. Ja, war halt doof. Wissen wir auch, weil nur mit Termin.

Dass es aber freie Termine erst wieder irgendwann Ende Juli gibt, ist halt ebenfalls doof. Und somit wurden wir bei unserem Fauxpas freundlich-bestimmt auf den Dienstag Nachmittag hingewiesen (so, wie man sich das halt auch leider ganz klischeemäßig vorstellt).

Aber was passiert eigentlich an besagten Dienstag Nachmittag?

Dienstag Nachmittag treffen sich zig Pulheimer Familien vorm Rathausgebäude, um dort gemeinsam den Nachmittag zu verbringen. Sie stellen sich eine Stunde vor der Freigabe des Nummer-Zieh-Automatens in eine gefühlt ewig langen Schlange an, nur um später nicht so lange warten zu müssen. Was im Endeffekt ebenfalls verrückt ist, weil man die Zeit ja schon vorher gewartet hat.

Anstehen vorm Einwohnermeldeamt in Pulheim
Anstehen vorm Einwohnermeldeamt in Pulheim (Mai 2022)

Wir haben uns also auch den Spaß gegeben. Der Papa hat extra einen halben Tag freigenommen, die Große war bei ihrer Freundin untergebracht und die stolze Neu-Kinderreisepassbesitzerin wurde schon direkt nach dem Mittagessen bei ihrer Tagesmutter abgeholt, damit der Mittagsschlaf unter unserer Kontrolle war. Was für ein organisatorischer Kraftakt. Aber wir waren ja nicht mal die einzigen, die das ganz offensichtlich irgendwie hinbekommen mussten. Als wir um 13:45 dort erstmal nur vorbeifuhren, war mein erste Gedanke „oh“. Der Papa der Kleinen sagte nur „Steig aus, ich parke den Wagen irgendwo und dann kommen wir nach.“ Und so lief ich dann die Schlange ab, vorbei an ziemlich vielen Kinderwagen, bis ich dann am Ende ankam. Und wie gesagt, das war nur die Schlange für den Nummernautomaten. Das eigentliche Warten sollte da ja erst noch beginnen.

Endlich eine Nummer

Zwischendurch musste ich an die Mail der Stadt von vor einer Woche denken. An dem Dienstag zuvor wurde nämlich gegen 15:30 bereits der Nummernautomat abgeschaltet. So galt also für uns einfach nur: „Hauptsache erst einmal eine Nummer bekommen. Rest ist egal.“ Die bekamen wir auch. Vor uns waren knapp 55 andere. Nach uns mindestens genauso viele. Zumindest trafen wir später noch eine Freundin, die eben eine solche Nummer hatte.

Auch diesen Dienstag wurde wieder vorzeitig „dicht“ gemacht

Irgendwann kam dann auch der Papa mit der Kleinen auf dem Arm an. Parkplätze waren natürlich im direkten Umkreis ebenfalls Mangelware und so musste er bei Kaufland parken.

Wo ist der Bildschirm?

Jetzt hatten wir also eine Nummer, aber wie bekommen wir eigentlich mit, dass die Nummer aufgerufen wird? Gute Frage. Eigentlich gar nicht. Naja, drinnen im Warteraum hängt ein großer Bildschirm. Keine Sorge, ich schreibe jetzt nicht, dass der kaputt gewesen sei oder so. Aber was bringt einem ein Bildschirm drinnen im Warteraum, wenn man gar keine Chance hat, im Warteraum zu sein? Genau. Nüschts. Ganz ehrlich, in diesem Moment war ich schon froh, dass wir zu zweit, bzw. zu dritt da waren. Der Papa stellte sich somit in die Türe vom Einwohnermeldeamt und beobachtete den Bildschirm. Da anfangs nämlich einige Nummern nur so durchratterten, war irgendwie immer die Hoffnung da, dass man doch viel schnell drankäme. Und das wollte man natürlich nicht verpassen. Im Übrigen waren die gefühlten willkürlichen Nummern die Nummern von Menschen, die einfach nur etwas abholen wollten. Wir haben das relativ schnell mitbekommen gehabt, andere aber wiederum nicht. Und die waren draußen schon ein ganz klein wenig sauer.

Sonne, Regen, Sonne, Pause

Sauer, da sind wir doch an dem richtigen Punkt angekommen. Die Stimmung vor dem Gebäude kippte irgendwann als auch die ersten Regentropfen fielen. In dem Moment drängten sich nämlich plötzlich deutlich mehr Menschen in den Eingangsbereich und unweigerlich fragte ich mich „war da nicht mal sowas wie Corona? Ist doch noch gar nicht so lange her…“ Nach etwa einer Stunde machten dann die Mitarbeiter im Amt Pause. Oder sie hatten eine Besprechung. Keine Ahnung. Es ging zumindest nicht mehr weiter und die Vorhänge wurden kurz zugezogen. Ich möchte an der Stelle sagen, nein sogar betonen, dass eine Pause definitiv in Ordnung ist. Das will ich nicht mal kritisieren. Ich kann mir nämlich auch nicht vorstellen. dass die Damen und Herren so einen Menschenanlauf total spaßig finden. Aber trotzdem kam es bei uns da draußen nicht gut an. Unsere Kinder, weswegen ja doch die meisten irgendwie da waren, hatten nämlich auch keine Lust mehr. Es plagte sie Hunger, Langeweile oder einfach die Müdigkeit.

Überhaupt, ich finde es einfach ein absolutes Unding, was da von eigentlich allen Personen gefordert wird. Wir waren nicht die einzigen, die extra Urlaub für diesen Besuch nehmen mussten. Ich kann verstehen, dass man lieber auf Terminvergabe setzt, aber bitte, dann müssen auch genügend Termine da sein. Es kann nicht sein, dass man 8 Wochen oder mehr warten muss. Natürlich kommen dann alle an diesen EINEN Nachmittag dort hin, weil eben 8 Wochen für manchen auch einfach zu lang sein können. Wir sind in 8 Wochen schon längst wieder aus dem Urlaub zurück – vermutlich sogar schon wieder urlaubsreif. Oder bitte einfach noch einen weiteren Tag ohne Terminvergabe ansetzen. Nicht jeder kann an diesem einen Tag in der Woche.

Fazit…

In einem Jahr machen wir das definitiv besser. Da dürfen wir dann wieder hin, weil so ein Kinderreisepass ja nur noch 365 Tage gültig ist. Sind wir am 364. Tag da, können wir verlängern und der Spaß kostet 6 Euro. Einen Tag zu spät und es muss ein neuer sein. Der kostet dann aber natürlich wieder den vollen Preis. Am besten schaue ich schon gleich mal nach einem Termin…

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